EULA bei macOS Apps außerhalb des App Store

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  • EULA bei macOS Apps außerhalb des App Store

    Hey Leute,

    wenn man im App Store publiziert, "erbt" die App ja die EULA des App Stores: (apple.com/legal/internet-services/itunes/ph/terms.html)

    Apple schrieb:


    Any App that you acquire is governed by the Licensed Application End User License Agreement ("Standard EULA") set forth below, unless Apple or the App Provider provides an overriding custom license agreement ("Custom EULA").

    Langsam frage ich mich, ob ich leichtsinnig bin, wenn ich keine EULA zu meinen Apps hinzufüge, die ich außerhalb des MAS veröffentliche. Das sind die Meisten. Bin ich realiter verklagbar für Datenverlust? (Hab hier im Forum Posts dazu von 2008 gefunden.)


    Ich mache bisher nicht genug Kohle für einen Anwalt, würde mich darum über Erfahrungsberichte und Hinweise zu euch bekannten Risiken freuen! Dann kann ich ggf. auf eine richtige EULE hin sparen.



    Danke schon mal im Voraus für Hinweise!
  • ctietze schrieb:

    Hey Leute,

    wenn man im App Store publiziert, "erbt" die App ja die EULA des App Stores: (apple.com/legal/internet-services/itunes/ph/terms.html)

    Apple schrieb:

    Any App that you acquire is governed by the Licensed Application End User License Agreement ("Standard EULA") set forth below, unless Apple or the App Provider provides an overriding custom license agreement ("Custom EULA").
    Langsam frage ich mich, ob ich leichtsinnig bin, wenn ich keine EULA zu meinen Apps hinzufüge, die ich außerhalb des MAS veröffentliche. Das sind die Meisten. Bin ich realiter verklagbar für Datenverlust? (Hab hier im Forum Posts dazu von 2008 gefunden.)


    Ich mache bisher nicht genug Kohle für einen Anwalt, würde mich darum über Erfahrungsberichte und Hinweise zu euch bekannten Risiken freuen! Dann kann ich ggf. auf eine richtige EULE hin sparen.



    Danke schon mal im Voraus für Hinweise!

    Es gilt hier zwei Punkte zu beachten:
    - Wenn Du in Deiner App ein Copyright Hinweis verwendest, dann ist die App erst einmal Dein geistiges Eigentum. Doch Vorsicht evtl. greifen die Gesetze des jeweiligen Landes vor unseren. Je nach Art der App könnte dann eine Offenlegung des Sourcecodes eingefordert werden usw..

    - Du sprichst das Haftungsrisiko an. Dies ist ein sehr sensibler Bereich. Wenn Du nicht ausdrücklich darauf hinweist, dass Du jegliches Risiko bzgl. Datenverlust bei Verwendung Deiner App ablehnst, könnte es passieren, dass Du finanziell zur Kasse gebeten wirst.

    In jedem Fall würde ich Dir raten einen Anwalt, der auf diesem Bereich ausreichend Erfahrung im jeweiligen Verkaufsland nachweisen kann, zu konsultieren.

    Alles andere ist einem finanziellem Suizid gleich zu setzen.
  • OSXDev schrieb:

    In jedem Fall würde ich Dir raten einen Anwalt, der auf diesem Bereich ausreichend Erfahrung im jeweiligen Verkaufsland nachweisen kann, zu konsultieren.
    Nochmal: Ich bin mir zu nahezu 100% sicher, dass er die Kaufabwicklung nicht selbst durchführt sondern einen Reseller hat. Und der schließt selbstverständlich schon mal per se alle Haftungsrisiken aus.


    OSXDev schrieb:

    - Wenn Du in Deiner App ein Copyright Hinweis verwendest, dann ist die App erst einmal Dein geistiges Eigentum. Doch Vorsicht evtl. greifen die Gesetze des jeweiligen Landes vor unseren. Je nach Art der App könnte dann eine Offenlegung des Sourcecodes eingefordert werden usw..
    Auch hier ist das Internet nicht so sehr wie der wilde Westen
    de.wikipedia.org/wiki/WIPO-Urheberrechtsvertrag


    Klar ist das Thema Finanzen ein heikles Thema aber gerade Neueinsteiger werden durch dieses ständige "geh zum Anwalt" verunsichert und machen dann lieber gar nix. Unternehmen grünen und selbstständig werden sollte nicht in Angst und Panik enden so wie es derzeit in Deutschland leider der Fall ist.

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von steven ()

  • steven schrieb:

    OSXDev schrieb:

    In jedem Fall würde ich Dir raten einen Anwalt, der auf diesem Bereich ausreichend Erfahrung im jeweiligen Verkaufsland nachweisen kann, zu konsultieren.
    Nochmal: Ich bin mir zu nahezu 100% sicher, dass er die Kaufabwicklung nicht selbst durchführt sondern einen Reseller hat. Und der schließt selbstverständlich schon mal per se alle Haftungsrisiken aus.

    OSXDev schrieb:

    - Wenn Du in Deiner App ein Copyright Hinweis verwendest, dann ist die App erst einmal Dein geistiges Eigentum. Doch Vorsicht evtl. greifen die Gesetze des jeweiligen Landes vor unseren. Je nach Art der App könnte dann eine Offenlegung des Sourcecodes eingefordert werden usw..
    Auch hier ist das Internet nicht so sehr wie der wilde Westende.wikipedia.org/wiki/WIPO-Urheberrechtsvertrag


    Klar ist das Thema Finanzen ein heikles Thema aber gerade Neueinsteiger werden durch dieses ständige "geh zum Anwalt" verunsichert und machen dann lieber gar nix. Unternehmen grünen und selbstständig werden sollte nicht in Angst und Panik enden so wie es derzeit in Deutschland leider der Fall ist.

    steven schrieb:

    OSXDev schrieb:

    In jedem Fall würde ich Dir raten einen Anwalt, der auf diesem Bereich ausreichend Erfahrung im jeweiligen Verkaufsland nachweisen kann, zu konsultieren.
    Nochmal: Ich bin mir zu nahezu 100% sicher, dass er die Kaufabwicklung nicht selbst durchführt sondern einen Reseller hat. Und der schließt selbstverständlich schon mal per se alle Haftungsrisiken aus.

    OSXDev schrieb:

    - Wenn Du in Deiner App ein Copyright Hinweis verwendest, dann ist die App erst einmal Dein geistiges Eigentum. Doch Vorsicht evtl. greifen die Gesetze des jeweiligen Landes vor unseren. Je nach Art der App könnte dann eine Offenlegung des Sourcecodes eingefordert werden usw..
    Auch hier ist das Internet nicht so sehr wie der wilde Westende.wikipedia.org/wiki/WIPO-Urheberrechtsvertrag


    Klar ist das Thema Finanzen ein heikles Thema aber gerade Neueinsteiger werden durch dieses ständige "geh zum Anwalt" verunsichert und machen dann lieber gar nix. Unternehmen grünen und selbstständig werden sollte nicht in Angst und Panik enden so wie es derzeit in Deutschland leider der Fall ist.

    @steven:
    - Wäre super wenn Du mir mal Deine Glaskugel zur Verfügung stellst. Er schreibt nichts hinsichtlich eines Vertriebspartners.

    - Der "wilde Westen" .... Im benannten Artikel wird es im letzten Teilsatz benannt: "... bildet den Rahmen für die Anpassung der nationalen Urheberrechtsgesetzte ..."

    - Es soll hier niemand verunsichert werden! Er spricht davon seine Apps "außerhalb des MAS" zu veräußern. Wenn er also keinen fachkundigen Rechtsberater im Bekanntenkreis hat, ist es auf jeden Fall besser Prävention zu betreiben.
  • Hallo!

    Nach meinem Verständnis als juristischer Laie kommt es auf den Aufgabenbereich und das damit verbundene Risiko deiner Apps an.
    Das Risiko der App kann z.B. geringer oder höher sein, wenn sie eine bestimmte Nische füllt. Vermutlich sind auch deine
    Werbeaussagen relevant. Ich nehme an, dass es z.B. absolut leichtsinnig wäre, eine App, die dem Anwender finanzielle Vorteile
    verspricht (wie etwa eine Steuererklärungssoftware) oder in der man direkt in der App gegen Geld reale oder virtuelle Güter
    oder Dienstleistungen erwerben kann, ohne passende Lizenzbedingungen zu verkaufen.

    Du hattest nur Datenverlust als Risiko genannt. Das kann doch bei einer Firma zu ganz ordentlichen Kosten für die Wiederherstellung
    führen. Wenn ich ein solches Risiko als nicht sehr gering einschätzen würde, würde ich lieber vorab einen Anwalt bezahlen (für das
    Erstellen von Lizenzbedingungen statt Vertretung im Rechtsstreit). Die richtige Einschätzung des Risikos kann dir aber keiner abnehmen.
    Vielleicht kann dir jemand sagen, mit welchen Programmen er ohne Lizenz Erfahrung gemacht hat. Ich vermute aber, dass das
    wenige sein werden, falls es hier im Forum überhaupt jemanden gibt. Vermutlich wäre dann "Erfahrung mit App ohne EULA?"
    ein passenderer Titel.

    Ich würde nie ohne zumindest eine selbstgeschriebene EULA veröffentlichen wollen. Das kann man ja auch kurz halten
    und in der Regel ist der Leser ja auch ein juristischer Laie, so dass es meist schon helfen sollte, in normalen Worten seine
    Vorgaben und Haftungsausschlüsse darzulegen. Ob das vor Gericht bestand hat, ist dann natürlich eine andere Frage. Ich denke,
    dass man dann zumindest besser dasteht als komplett ohne.

    Viele Grüße
    Marco
  • Ich persönlich finde auch die Veröffentlichung in Apple‘s App Stores für Kleinunternehmen kritisch: Schliesslich ist man als Herausgeber verpflichtet, in allen adressierten Märkten sicherzustellen, dass die App nicht gegen geltendes lokales Recht verstösst.

    Mahlzeit! Und welcher Entwickler ohne umfangreicher Rechtsabteilung kann das? Damit bleiben nur zwei Optionen: (1.) Die Veröffentlichung selektiv auf wenige Länder beschränken - und die Bewertung deren Rechtslage ist schon schwer genug - oder (2.) Mut zur Lücke.

    Klar, wo kein Kläger, da kein Richter ... aber wer ist vor einer neidischen Konkurrenz gefeit? Oder einem Abmahnanwalt? Oder einem Rechtssystem, das abstruse Schadensersatzklagen kultiviert? Eigentlich hat jeder Indie-Developer einen Schaden oder masochistische Züge.

    BTDT, Mattes
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  • Als Internet-Celebrity kann ich natürlich verstehen, wenn Leute wissen, wie ich meinen Kram verticke :)

    Ich wickle Käufe nicht manuell ab, z.B. via PayPal/Stripe. Das halte ich wegen der VAT schon für Wahnsinn. Außerhalb des Mac App Stores nutze ich FastSpring für den Vertrieb. Die haben eigene Lizenzbestimmungen für den Verkauf, ersetzen aber keine EULA. Zur Referenz die FastSpring docs, die ich ganz hilfreich finde, auch was active/passive approval betrifft:
    docs.fastspring.com/integratin…erms-conditions-and-eulas

    [IMG:https://docs.fastspring.com/files/21530763/21530760/5/1526905205000/journey.png]

    FastSpring's "Terms of Sale" greifen während des Kaufes in der Tat, aber eben nur dort.

    - Eine meiner Apps (TableFlip) ist ein NSDocument-basierter Editor. Da könnten geöffnete Dateien kaputt gehen, warum auch immer.
    - Eine andere App (The Archive) ist eine Notizverwaltung. Da könnten gleich mehrere Dateien flöten, und trotz Autosave auch mal bei einem Crash etwas Getipptes verlustig gehen.

    In meinem Falle kommen die EULA-Überlegungen also reichlich spät. Ich schloß dereinst, dass EULAs zu haben (im Gegensatz zu privacy policies) keine Pflicht sei. Irgendwie stimmt das ja auch. Aber zu meinem Nachteil :)

    EULA in die .dmg nach Download einzubinden ist ja kein Stress. Eine gescheite EULA zunächst zu bekommen ist schon schwieriger. Werde mal nach Beispielen suchen, um überhaupt eine Idee davon zu bekommen.
  • Ich hatte seinerzeit ein EULA als PDF sowohl in‘s Download-Archiv, als auch in‘s App-Bundle gepackt. Letzteres war dann aus der App heraus per Hilfe-Menüeintrag aufrufbar ... das Ganze in beiden unterstützten Sprachen.

    Hätte mich das gerettet? Keine Ahnung, aber es beruhigte mich. Mit Umzug in den Store ist das Leben wesentlich einfacher geworden, auch bzgl. VAT. Dafür lebe ich mit dessen Einschränkungen ganz gerne.

    Mattes
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