Google AdMob und DSGVO

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  • Google AdMob und DSGVO

    Hallo zusammen,

    wie geht Ihr bzgl. der neuen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die ab 25.5. gilt vor, wenn Ihr Google AdMob in euren Apps zur Monetarisierung nutzt?

    Verstehe ich es richtig, dass nun keine AdMob-Anzeigen mehr erscheinen dürfen, bevor der User nicht seine Zustimmung gegeben hat? Oder dürfen nur personalisierte Anzeigen nicht mehr vor der Zustimmung erscheinen, non-personalized ads aber schon?

    Google stellt ein neues Consent SDK zur Verfügung mit der der Nutzer nach seine Zustimmung gefragt wird, ob er personalized oder non-personalized ads akzeptiert:
    developers.google.com/admob/ios/eu-consent
    Aber leider erst ab "Mitte Mai".
    Da dies Google wohl mit seinen Anwälten entwickelt hat und selbst sicher gehen muss, dass sie nicht gegen Gesetze verstoßen, kann man wahrscheinlich davon ausgehen, dass die Nutzung dieser Consent SDK den rechtlichen Anforderungen entspricht. Daher würde ich auch lieber diese verwenden, als eine eigene Lösung.

    Google schreibt aber: "Please do not attempt to use these APIs before May 25, because they may disrupt ad serving on your app."
    Wie soll man es dann aber vor 25.5. testen, ob es funktioniert? Die App muss ja schließlich noch durch Apples Review. Am 25.5. muss aber alles schon rechtskonform sein.

    Wie setzt Ihr die Anforderungen der DSGVO um, wenn Ihr AdMob verwendet?

    Und wie ist es mit Nutzern unter 16? Diese dürfen doch gar nicht selbst die nötige Zustimmung geben! Muss nun jeder App-Entwickler der Google AdMob nutzt auch noch das Alter beim Start der App abfragen?

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Mabi ()

  • Mac & i Test Abo
  • Hi,

    das würde mich auch interessieren.

    Ich denke ("hoffe"), dass man rechtskonform ist, wenn man beim Starten der App fragt, ob man dem Benutzer personalisierte Ads zeigen darf. Wenn dieser jedoch ablehnt und hofft, dass dieser somit keine Werbung mehr bekommt, würde ich ihm die neuen Consent Ads ausspielen oder auf dem In-App Kauf für "Werbung entfernen" oder der Vollversion der App hinweisen.

    Es wäre aber aus User- und Entwicklersicht katastrophal, da man den Benutzer nötigt zu agieren. Im Extremfall würde es bedeuten, dass der Benutzer die App schließt, löscht und sich eine andere App sucht, die dies noch nicht drin hat.

    Hmm...
  • Bei der Option mit dem In-App Kauf zum Werbung entfernen, besteht das Risiko, dass es ggf. nicht rechtskonform ist, weil nach der neuen DSGVO der Nutzer keine Nachteile erleiden und nicht gezwungen werden darf seine Zustimmung zu geben. Die Zustimmung muss freiwillig sein und wenn er die Zustimmung nicht gibt, darf ihm die Nutzung nicht verweigert werden.

    Aber das ganze betrifft ja nicht nur Apps, sondern auch Websites. Soll jetzt auch zukünftig jede Website die Werbung einblendet den Nutzer nach der Zustimmung fragen und zuvor verifizieren, dass er mindestens 16 ist, weil sonst nur seine Eltern die Zustimmung geben dürfen (weshalb übrigens auch Whatsapp gezwungen war das Mindestalter auf 16 anzuheben), die er geben kann, aber nicht muss? Wie sollen dann durch Werbung finanzierte Websites und Apps überleben?
  • Mabi schrieb:

    Wie sollen dann durch Werbung finanzierte Websites und Apps überleben?
    Wie konnten jahrzehntelang z. B. Printmedien mit Werbung finanziert werden, ohne dass man ein Benutzer-Tracking hatte? Vielleicht einfach dadurch, dass man Werbung an der potentiellen Zielgruppe des Inhaltes orientiert und nicht an dem Surf-Verhalten des individuellen Benutzers? Im Normalfall definiert der Kontext schon recht genau die erreichbare Zielgruppe, der Hype "Personalisierung" erzeugte m. E. einen unverhältnismäßigen Datenhunger, weil er sich gut an Werbende verkaufen läßt. Ich begrüßte die zunehmende Sensibilisierung bzgl. personenbezogener Daten, denn nur durch Druck ändert sich bei den großen Daten-Kraken etwas ... hoffentlich.

    Und solange ich von Web-Shops Werbemails über einen Artikel erhalte, den ich grade erst bei ihm gekauft habe, glaube ich sowieso nicht an personalisierte Werbung... :D

    Mattes
    Diese Seite bleibt aus technischen Gründen unbedruckt.
  • Auch das stimmt nicht, denn Google kann darauf nicht verzichten. Cookies auf Websites und mobile identifiers in Apps (wie Apples IDFA) sind z.B. nötig, um bei Werbeanzeigen Missbrauch zu erkennen (falls z.B. App- oder Website Betreiber diese selbst anklicken).
    "Cookies or mobile identifiers are used to support personalized and non-personalized ads served by Google to combat fraud and abuse, frequency capping, and aggregated ad reporting." (google.com/about/company/consenthelpstaging.html)
  • Ich habe nicht behauptet, dass es einfach wäre, aber natürlich könnte Google (und andere) auf Cookies und Identifier verzichten. Dies setzt natürlich voraus, dass man das Prinzip der Monetarisierung von Werbung ändert. Schliesslich funktionieren die von mir genannten Printmedien, Fernseh-Anstalten, Plakatwerbung etc. auch ohne Tracking...

    Man muss es nur wollen, und daran scheitert es: Schliesslich sind Benutzer-Daten eben Betriebs-Kapital, auf das niemand verzichten möchte. Ich bin Realist genug, um zu erkennen, dass dies so ist und sich absehbar auch nicht ändern wird.

    Aber dann zu erzählen, es wäre notwendig, finde ich irreführend.

    Mattes
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  • Wie gesagt, braucht Google mobile identifiers in Apps und Cookies auf Websites "to combat fraud and abuse, frequency capping, and aggregated ad reporting."
    Werbetreibende währen sicher nicht begeistert, wenn Google keine missbräuchlichen Klicks mehr rausfiltern könnte, sondern ihnen diese in Rechnung stellt.

    Und Print- und TV-Werbung funktioniert bei weitem nicht so effektiv wie Online-Werbung, was ich aus eigener Erfahrung sagen kann.
    Nur die genauen Targeting-Möglichkeiten von Online-Werbung machen es vielen Unternehmen überhaupt erst möglich profitabel zu werben. Print- und TV-Werbung ist für viele Unternehmen gar nicht erst profitabel und viel zu teuer. Wenn man also die Zielgerichtete Online-Werbung in heutiger Form nicht mehr hätte, würden gerade kleine Firmen benachteiligt, die sich keine teure und schlecht getargetete TV- oder Printwerbung leisten können.